Sonntag, 26. Oktober 2014

Einige Tipps, wie man Kinderfotos stressfrei fotografiert



Das Carlitos Kleidchen wollte ich euch schon vor Tagen zeigen, aber wie es nun mal im realen Leben ist, kommt es manchmal anders als geplant. Aber es hetzt mich ja keiner und schließlich bin ich auch eine Mami, die tagtäglich einen Haushalt wuppt, die Familie managt und nebenbei ein sehr intensives Hobby betreibt. Wobei es ja schon lange nicht mehr ein "Hobby" ist, sondern mittlerweile mein Beruf. Den ich auch über alles liebe !

Mit dem Erfolg entwickelt man sich stetig weiter, probiert viel Neues und muss sich die Zeit noch viel besser einteilen oder effektiver nutzen. Man stockt auch mit der Zeit seine Arbeitsmaterialen auf und ich unter anderem meine Fotoausrüstung. 
Vor ein paar Jahren bin ich noch mit meiner Kamera, damals noch eine Canon EOS D50 mit einem kompakten und schnell fokussierenden Universalobjektiv, und Leni als Model hier um die Häuser gezogen, und wir haben uns spontan eine passende Location ausgesucht. Und heiter drauf los geknipst. Das Ergebnis von solchen Veranstaltungen war, dass ich gefühlte 1500 Fotos gemacht habe und davon vielleicht gerade mal 5 einer guten Qualität entsprachen. Alles sehr zeitintensiv ! Nicht nur das Fotografieren von meiner Tochter, die ziemlich lange bespaßt werden musste, sondern auch das stundenlange Aussortieren der Fotos. Die ja dann auch noch bearbeitet werden mussten! Das Ganze hat mich schon sehr gestresst und ich beschloss, dass es doch vielleicht sinnvoll wäre, mich mit dem Thema "Fotografie" noch etwas näher zu beschäftigen. 
Manchmal hatte ich auch ein ganz bestimmtes Bild im Kopf, was ich zu meinem Frust damals nicht wirklich umsetzten konnte. 
Also hab ich mir viel Lernfutter rund um die Fotografie und auch über die Bildbearbeitung gekauft. 
Da ich aber viel lieber lerne und gleichzeitig umsetzen möchte, kamen die Lehrprogramme als DVDs von Galileo Design wie gerufen. 
Abends habe ich mit meinem Laptop und Kopfhörer auf dem Sofa gelegen und trainiert. Besonders haben mir "Adobe Photoshop CC" ( für Anfänger gibt es auch eine Version) für digitale Fotografie", "Digital fotografieren mit Pavel Kaplun" und "Adobe Photoshop Lightroom 5" gefallen. Bei jeder Lektion hatte ich auch gleichzeitig das entsprechende Programm geöffnet und fleißig experimentiert. 
So ca. 2-3 Lektionen habe ich abends geschafft, dann sind mir aber auch die Augen zugefallen.
Es hat aber einen riesigen Spaß gemacht und ich habe mich jeden Tag auf den Sofa-Kurs gefreut.  

Heute packe ich mein Auto schon einen Tag vorher mit sämtlichen Requisiten. Nehme mindestens zwei Objektive (meine  derzeitige Ausstattung findet ihr unter FAQ) mit, gegebenenfalls eine Lichtquelle, Stative und ganz wichtig: Proviant für den Hunger und den Durst zwischendurch ;) 
Ich plane mit Leni die Fotoshootings mittlerweile so, dass ich eine Woche bevor ich die Bilder brauche sie fotografiere. Das hat auch einen ganz bestimmten Grund und man ist flexibel, denn man muss immer damit rechnen, dass Kinder überhaupt keine Lust haben, irgendwelche Freizeitplanungen kommen immer spontan dazwischen und es ist schon durchaus vorgekommen, dass die Laune unserer süßen Maus plötzlich mittendrin abknickt. Im schlimmsten Fall spielt das Wetter nicht mehr mit und es regnet. 
Dann ist das halt so und es wird eingepackt und alles auf einen anderen Tag verschoben. Wobei so eine Wetter-App ganz praktisch ist. Ich habe mal gelesen, dass professionelle Fotografen den Wetterdienst anrufen und sich genau nach der Lage erkundigen. Na ja, soweit sind wir aber noch nicht. *lach* 

Da ich mich, wie oben geschrieben, auch etwas fortgebildet habe, sind schon relativ schnell 4-6 tolle Bilder dabei, ohne vorab 1000 gemacht zu haben. 
So kann ich dann auch gleichzeitig mehrere Outfits an einem Tag fotografieren. Wobei ich mir immer schon vorgenommen habe, euch Bilder hinter den Kulissen zu zeigen. Oder ich muss das Ganze mal filmen. Ihr würdet euch vor Lachen auf die Schenkel klopfen, alleine schon unser Dialog ist zum Brüllen. Versteht kein Mensch, aber Leni und ich, wir wissen genau, was der andere meint. 

Damit es auch für Leni ganz interessant ist, erkläre ich ihr oft, was ich gerade mache. Warum ich die Kamera gerade auf einen anderen Modus einstelle, warum ich mich wegen einer besseren Perspektive auf den Boden lege, warum das Licht gerade total schlecht ist ... Hat was von der Sesamstrasse, die fand ich aber als Kind auch total toll. Und was ganz wichtig ist, dass ich ihr zwischendurch die geknipsten Bilder zeige. Manchmal werden auch die Plätze getauscht und Leni kann den Auslöser drücken. Also wenn ihr eure Kids fotografiert, dann involviert sie und macht das Fotografieren voll interessant. Lasst sie nicht einfach auf der Stelle gerade stehen und fordert tolle Posen, sondern lasst sie teilhaben. Ganz kleine Models sind sicherlich noch nicht so fieberhaft bei der Sache, aber da gibt es auch einen kleinen Trick. Leni habe ich zu der Zeit immer mit einem Teleobjektiv fotografiert. 
Meistens habe ich sie auf einem Spielplatz spielen lassen und sie aus der Ferne geknipst. Sie war viel zu sehr beschäftigt und hat überhaupt nicht gemerkt, dass ich als Paparazzi hinter den Büschen tätig war. So entstehen echt total schöne und vor allem natürliche und ausdrucksstarke Bilder, die nicht gestellt aussehen. Versucht es mal ...
Übrigens, Kinder bewegen sich ja oft und spielen so gerne, und es ist ihnen völlig egal, ob mal ein Fleck das neu genähte Kleid verschmutzt. Hauptsache Spaß ! Ärgert euch nicht über so einen blöden Fleck, sondern freut euch über das fröhliche und glückliche Gesicht auf den Bildern ! Außerdem ist Photoshop ein hervorragender Blitz-Flecken-Entferner ;)  

Weil sich Kinder halt viel bewegen, ist das Model manchmal schon über alle Berge, bevor man die entsprechende Programmeinstellung der Kamera hat. Deswegen schaut euch vorab die Lichtverhältnisse des  Standortes  gut an, schießt vorab einige (Probe)Fotos und stellt dann die Kamera entsprechend ein (bei manchen Kameras kann man auch mehre Einstellungen speichern und diese dann im richtigen Zeitpunkt schnell aufrufen).
Meine Bilder mache ich mittlerweile in RAW(Rohdatenformat)-Qualität. So kann ich mit Adobe Photoshop Lightroom noch einiges aus meinen Bildern heraus kitzeln. Mein letzter Tipp, denn sonst würde ich heute den Rahmen sprengen ! Die Tageszeiten, zu denen ihr fotografiert, spielen auch eine wichtige Rolle. Wetterumstände und der Stand der Sonne sind wesentliche Faktoren, die den Zeitrahmen in der Outdoor-Fotografie vorgeben. Also plant das Fotografieren eurer Motive so, dass ihr genug Zeit habt. 
Eine Stunde vor Sonnenuntergang wäre ziemlich stressig, wobei die Dämmerungs- und Nachtfotografie auch ihren Reiz haben, aber eure Kids werden sicherlich ganz bescheiden in die Linse schauen und sich fragen, was Mutti da für ein Kampf gegen die Zeit leistet ! 
Und wenn mal alles nicht so läuft wie geplant, dann lasst euch auch nicht hetzen und verschiebt einfach alles auf einen anderen Zeitpunkt. 

So, jetzt aber zu den Bildern, die ich euch noch zeigen möchte : 








Schnittmuster von Compagnie M 
Bubikragen nach dem Schnittmuster von Cherry Picking  (Freebook) 


   Mail für Lila-Lotta

Kommentare:

  1. Wunderschön geschrieben und einige Sachen kommen mir bei meinen beiden bekannt vor (Durst und Essen) hihi.

    Glg

    Sandra
    von den felinchens

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  2. Schön geschrieben. Outdoor geht bei uns im Moment sehr schlecht, wenn ich Glück habe bekomme ich ein paar schnelle Schüsse im Wohnzimmer. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich das noch einmal ändert. Schließlich kann die Prinzessin nicht ewig so ein Trotzkopf bleiben.

    lg

    Rosi

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  3. Hallo meine <3
    Also du und deine Fotos Hut ab immer großes Kino.
    Ich würde sooo gerne mal einen Fotokurs mitmachen , wenn du mal etwas hörst in unserem Umkreis , darfst gerne an mich denken.
    Lg und knudler an Hugolein :-)

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  4. Hallo,

    ein ganz toller Blogbeitrag. Da bin ich auch schon draufgekommen, dass wenn ich meine Maus einfach machen lasse, das doch die besten Fotos werden ;-)

    Allerdings brauch ich wohl irgendwann einen Fotokurs, denn das ein oder andere Foto wird bei mir schon geknippst um sicher was Gutes dabei zu haben ;-)

    Liebe Grüße
    Cornelia

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  5. Danke für diesen tollen Blogeintrag;-))
    Nach dem Lillestoff-Fotoworkshop (wirklich schade, dass Du nicht da warst, Dich hätte ich wirklich auch gern kennengelernt)bin ich ja fotomäßig voll angefixt;-))
    Vlg
    maren

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  6. Toller Post! So richtig schön Fotografieren lernen steht für 2015 ganz oben auf meiner To-Do-Liste. Da wäre so ein Sofakurs das richtige, danke für den ip!
    Liebe Grüße, Melanie

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  7. Hallo Sandra,
    das ist wirklich wunderschön geschrieben. Wir probieren uns momentan fotografisch auch neu aus :) Da meine Mädels immer selber knipsen dürfen, haben sie momentan auch echt Spass dabei. Vor drei Wochen habe ich mein Standardobjektiv gegen ein 50mm ausgetauscht und bin begeistert.
    Liebste Grüße Diana

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  8. Hallo Sandra,
    ganz lieben Dank für den tollen Artikel. Als du von deinen Anfängen geschrieben hast, habe ich mich sehr wieder erkannt. Ich werde mir mal deinen Lehrstoff näher anschauen. :-)

    Liebe Grüße
    Conny

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  9. Vielen Dank für Deine Tipps! Ich bin noch lange nicht so weit, fürchte ich (noch mehr fürchte ich, dass ich überhaupt kein Interesse für tolle Bilder habe...), deshalb hab' ich mich viel mehr für Dein Kleid begeistert, das Du genäht hast. Der Bubikragen ist super, den würd' ich total gerne mal ausprobieren, aber da muss ich vorher erstmal checken, ob der überhaupt eine Tragechance hätte...

    Liebe Grüße, Sophina

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  10. Ganz herzlichen Dank für deine Tipps, fotografieren artet hier regelmäßig in Stress aus. Ich werde mich mal näher mit deinen Links beschäftigen, mal sehn ob das was für mich ist.
    Liebe Grüße,
    Jane

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  11. Sehr schön geschrieben Sandra, da kann man einiges umsetzen. Weiterhin viel Spaß mit Leni beim fotografieren.
    Ganz ganz liebe Grüße
    Gabi

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  12. Hallo Sandra, ich bin ja eher noch am Anfang meines Bloggerdaseins. Umso mehr freu ich mich wenn so jemand wie du sein Wissen teilt. Deine Fotos sind immer wunderschön. Da macht's Spaß durchzuschauen.
    Übrigens: Wie schön eine Louisa aus meinem Lieblinscarlitos-Stöffchen. Schaut toll aus!
    LG Annika
    PS: Heut gehen noch ganz viele Carlitos-Stoffe auf die Reise zu ihren glücklichen Gewinnern. Danke nochmal, dass du so super großzügig warst!

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  13. Liebe Sandra,

    schön, dass ich Deinen Blog entdeckt habe (Du warst auf meiner Instagram Seite unterwegs :-))!

    Super geschrieben und beschrieben!

    Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass man Kinder besser mit Teleobjektiv (ok, ich benutze für Portraits auch meinen lichtstarken 50er mit Festbrennweite) und beim Spielen fotografieren sollte. Auch wenn ich unterwegs bin und für einen Auftrag in einem Kindergarten fotografiere mache ich genau so. So entstehen deutlich bessere und aussagekräftigere Bilder. Ich bin kein Freund von gestellten Bilder (gerade die im Kindergarten...), spontane Aufnahmen finde ich deutlich interessanter. Kinder sind nun mal keine Roboter und handeln oft auch unerwartet. In die Hocke gehen oder auf dem Bauch liegen und aus der Hand fotografieren - das finde ich ebenso interessanter.

    Danke für Deine Ideen (ich muss mir mal die Zeit nehmen und mehr bei Dir lesen)!

    Liebe Grüße,
    Ioana

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  14. Vielen Dank für diese Erklärung und die hilfreichen Tipps.
    Unser "Großer" kommt gerade in die Nein-Phase, da ist nicht viel mit Fotos am Modell aber das gibt sich ja bekanntlich auch wieder.
    Liebe Grüße!

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  15. Es ist immer schön zu hören, wenn auch die ganz kleinen Spaß am fotografieren haben!!!
    Dein Beitrag ist echt super interessant und was meine Erfahrung mit dem Fotografieren betrifft kann ich dir nur zustimmen, oft muss man nicht nur die Kleinen beschäftigen sondern auch die "Großen" damit die Bilder natürlich wirken ;)

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Hallo liebe Leser, Freunde, Bekannte, Familie ...

Vielen DANK, dass Ihr auf meinem Blog kommentiert ! Ich freue mich riesig über jeden einzelnen Kommentar von Euch !
Ich versuche stets auf jede Frage zu antworten und mich am Kommentarverlauf zu beteiligen, jedoch verschlingt das Leben hinter den Kulissen von Lila-Lotta auch seine Zeit ! Bitte habt Verständnis, wenn ich mal nicht antworte, oder auch Kommentare nicht direkt in Kenntnis genommen habe. Ich gebe auch mein bestes, selbst viele Blog zu verfolgen.

Ihr macht mir so viel Spaß und ich bin stolz so viele nette Leser zu haben. Das gilt natürlich auch an alle stillen Leser.

Herzliche Grüße,
Sandra